U10 sammelt tolle Erfahrungen beim Frankfurter Festival

Wow – was für ein Wochenende für die U10 des VfR!

Als eine von 72 Mannschaften traten die Rasenspieler beim 9. Frankfurter Rugby-Festival an, das seit der letzten Teilnahme in 2014 noch einmal an Größe und Klasse zugenommen hat. Allein 24 Mannschaften rangen um den Sieg in der Altersklasse U10 – und unsere Rugger mittendrin!

Starterfeld

Nach der Anreise am Freitag Nachmittag wurde das Hotel in Eschborn bezogen und der Abend hatte was von Klassenfahrt – für die Kinder und die mitreisenden Eltern gleichermaßen. Es gab allerseits noch viel zu erzählen und auch das eine oder andere Kaltgetränk wurde in der schmalen Hotellobby noch verzehrt. Nach einem kräftigen Frühstück ging es dann am Vormittag auf zur Feldgerichtstraße, wo schon reger Trubel herrschte. Das VfR-Lager war bereits vorbereitet und so konnte in aller Ruhe das Gelände inspiziert werden, bevor es an die Spielvorbereitung zum ersten Match gegen ein Piratenteam ging. In diesem Spiel zeigte sich dann schnell, dass die Piraten nahezu unbewaffnet waren – die roten Angreifer wirbelten nach Belieben durch deren Reihen und am Ende einer spielerisch toll anzusehenden Partie stand es 70:0 für die Roten.

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Im zweiten Spiel sollte ein anderes Kaliber folgen – die Jungs vom belgischen Spitzenteam Boitsfort waren der erwartet starke Gegner. Schnell, stark und gut ausgebildet waren die Belgier, die mit Ihrem Angriffswirbel auch mit einem Versuch in Führung gingen. Nach einer regelwidrigen Grätsche musste ein Belgier dann allerdings mit Gelb auf die Bank und die 06er nutzten die Überzahl clever zur Erzielung des Ausgleichs aus. Am Ende mussten nur noch die Offiziellen überzeugt werden, dass das Spiel wirklich 5:5 ausgegangen war: die Pitch Manager hatten übersehen, dass der zweite Versuch der Belgier nach der Hinausstellung des Foulspielers noch mit 8 Mann auf dem Feld erzielt wurde und vom Schiedsrichter folgerichtig annuliert wurde … das „No try!“ des Ref’s hatten alle gesehen – aber nicht alle registriert. Ein schönes, hartes Spiel, das nach etwas zu leistender Überzeugungsarbeit leistungsgerecht unentschieden ausging.

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Nach zwei ebenfalls hohen Siegen der Belgier gegen die anderen Teams des Pools F musste zum Abschluss des ersten Tages noch ein hoher Sieg des VfR gegen den hessischen Vertreter vom TSV Krofdorf Gleiberg her, um den Gruppensieg zu erreichen und ganz sicher ins Viertelfinale am Folgetag einzuziehen. Ein 60:0 war erforderlich – ein weiteres 70:0 stand am Ende auf dem scoresheet … 14 Versuche, die erzielt wurden, noch bevor die Spielzeit zu Ende war. Da die überforderten Gegner nach harten Tacklings der Rasenspieler nicht mehr in voller Mannschaftsstärke auf dem Platz standen, wurde das Spiel vorzeitig beendet und das ersehnte Viertelfinale war erreicht.

Nach einer dringend nötigen Dusche im Hotel machte sich der VfR-Troß dann auf, um noch einen Happen zu Abend zu essen – ein Unterfangen, dass nicht ganz rund ablief, weil der italienische Gastronom 13 und 30 bei der Reservierung durcheinander brachte und mit der erschienenen Menge an hungrigen Rugby-Enthusiasten kulinarisch schlicht überfordert war. Egal – kurzerhand wurde auf kroatisches Essen umgeschwenkt und nach einem kurzen Fußmarsch in der abendlichen Sonne wurde das Haus Biegwald in Beschlag genommen. Eine Stunde essen, eine Stunde aufteilen der Rechnung – zack, schon war der Abend vorbei und nach einem einzigen Trainer-Pils fielen alle müde von dem Erlebten und der Dauer-Sonnenbestrahlung in die von Boris Becker probegelegenen Betten.

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10:00 Uhr – Viertelfinalzeit … es wartet der alte Rivale vom TSV Handschuhsheim, gegen den unsere Jugendteams schon so manche harte Partie bestritten haben. Die Teams schenkten sich erwartungsgemäß nichts, das Spiel wogte hin und her und gegen Ende der Spielzeit kam der TSV gefährlich nah an unser Malfeld. Nach einer Serie von Straftritten aus kürzester Distanz, die zunächst mehrfach bravourös verteidigt wurden, war der letzte einer zuviel: mit der letzten Aktion des Spiels schlüpfte ein weiß-blauer durch unsere Reihen und legte zum Versuch ab – Schlußpfiff – 0:5 – aus. Warum ohne Halbzeitpause? Die Offiziellen hatten ihre eigenen Regeln nicht im Griff – hatten nicht erkannt, dass in der Champions-Runde lt. Turnierleitung und Spielplan zwei mal 5 Minuten gespielt werden sollten statt 1 mal 8 Minuten wie in der Platzierungsrunde. Und so blieb dem VfR leider keine Chance zurückzuschlagen und das Match ging mit dem knappesten aller Ergebisse verloren … ärgerlich, wenngleich wir es selbst versäumt haben, einen Versuch zu erzielen und das Spiel für uns zu entscheiden.

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Nachdem uns die künftige Spielzeit verbindlich mit 2 mal 5 Minuten bestätigt wurde ging es weiter gegen den anderen Viertelfinal-Verlierer vom Berliner RK03. Wieder ein hartes Spiel gegen körperlich starke und kompakte Gegner. Wieder kein Durchkommen für unseren Angriff und wieder knapp vor dem Ende der ersten Halbzeit ein Versuch des Gegners. Aber es blieb ja noch eine Hälfte, um diesen Rückstand aufzuholen. Denkste Puppe! Plötzlich herrschte wieder Chaos, das Spiel wurde für beendet erklärt und es gab wieder keine zweite Halbzeit. Das konnte natürlich niemand verstehen aber als sich ebenfalls niemand im Stand sah, dieses Unrecht zu korrigieren, mussten wir wohl oder übel vom Platz und auch dieses Spiel war mit 0:5 verloren. Puh – was soll’s … dem Gegner aus Berlin wurde gratuliert und dann bereitete sich das Team mit ordentlich Wut im Bauch auf das Spiel um Platz 7 gegen London Welsh I vor. Ein großer Gegner dieser Traditionsklub aus der englischen Hauptstadt, der bereits 177 walisische Nationalspieler sowie 43 British and Irish Lions hervorgebracht hat! Aber: Rasenspieler sind schon da, jajajaja! Plötzlich doch zwei Halbzeiten … zwei Versuche … starkes Spiel mit starker Verteidigung und zwei unwiderstehlichen Power-Läufen von Tim, die den Sieg brachten: 10:0 für die echten Roten, 7. Platz … alles gut!

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Ein echt großartiges, internationales Turnier, das den Kindern einiges abverlangte … schwer, bei diesem Trubel die Konzentration zu finden und zu behalten … schwer auch, gegen hart spielende Gegner zu bestehen. Sportlich wäre ein kleines bisschen mehr drin gewesen aber als Erlebnis ist dieses Rugby-Wochenende für Kinder und Eltern kaum zu toppen und eine echte Rugby-Erfahrung, die niemand missen möchte.

Ein herzliches Dankeschön an die Veranstalter vom 80 – eine wahre Mammutaufgabe … Hut ab … wir kommen wieder!


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